Die Welt ist ein Fahrrad

Die Welt ist ein Fahrrad

Jugendroman

Neuauflage - Erstausgabe erschienen 2002

Erschienen im Jahr 2008

Thienemann Verlag

Worum geht's in „Die Welt ist ein Fahrrad”?

Robert ist ein einsamer Sieger, der unerreichte Vorzeigeradsportler an seinem Eliteinternat. Echte Freunde hat Robert hier zwar nicht, aber er ist glücklich. Denn gerade hat er eine Goldmedaille gewonnen und ist Junioren-Europameister geworden. Was für ein Triumph! Doch bald muss Robert an eigener Haut erfahren, wie kurzlebig Glück sein kann. Erst nach und nach lernt er, was wirklich wichtig ist im Leben:

Gemeinsam anzukommen zählt viel mehr als Erster zu sein.

Auszug/Leseprobe

Der nächste Tag war Samstag und daher unterrichtsfrei. Wer wollte konnte heimfahren, doch wie Robert zogen es die meisten Schüler vor, auch das Wochenende im Internat zu verbringen. Freizeit war ein seltenes Gut und das verbrachte man lieber mit seinen Freunden als in Bahn, Bussen oder bei der Familie. Beliebt waren bei den Schülern auch Ausflüge, natürlich mit dem Rad und immer war es eine Mischung aus Training und Vergnügen. Nicht umsonst besuchten sie ein Sportinternat. Unter den Älteren – den Jüngeren war dies verboten Ð hatte sich im Laufe der Jahre das Wertungsfahren als Hobby entwickelt. Eine Wertung fahren hieß, in Rechberg und Umgebung die optimale Strecke zu finden. Die beste Crosswertung, das bedeutete Matsch, Gestrüpp, Sprünge und möglichst wenig Straße, die beste Straßenwertung, also ohne Feldweg, immer guter Asphalt und möglichst von Autos unbefahren oder die beste Bergwertung, den schönsten Berg. Dann gab es aber auch noch die beste Datewertung, die romantischste Strecke mit vielen verschwiegenen Wiesen und Plätzen, an denen sich gut händchenhaltend der Sonnenuntergang genießen ließ, oder aber die Powerwertung, die Bolzstrecke, auf der man optimal Frust ablassen konnte. Die jeweiligen Streckenführungen waren nur zum Teil allgemein bekannt und eine eigene Wertung wurde nur den besten Freunden präsentiert. Bisweilen dauerte es mehrere Jahre, bis eine neue Strecke kreiert worden war, und wenn ein älterer Schüler einen Jüngeren seine persönliche, seine eigene Wertung zeigte, kam dies einem Ritterschlag gleich. Torsten wartete aufgeregt, dass es endlich losging. Robert, in seiner Trainerfunktion, hatte ihm ein normales Fahrrad erlaubt, daher stand Torsten neben seiner eigenen, blitzblank geputzten Rennmaschine im Hof. Robert hatte sein altes Fahrrad fit gemacht, wie Pegasus ein Selbstbau, aber eben eine normale Straßenmaschine mit Kettenschaltung. Punkt zehn Uhr brachen sie auf. Torsten hatte wie Robert auch am Rahmen zwei Flaschen mit Apfelsaftschorle und in der kleinen Tasche unterm Sattel ein paar Müsliriegel. “Wir lassen es langsam angehen, die Wertung hat es echt in sich”, erklärte Robert, als sie langsam aus dem Park hinausrollten, Richtung Lemberg, dort wo die Landschaft bergiger wurde. “Ich arbeite seit Jahren an der Strecke, den ersten Tipp hat mir einer gegeben, der letztes Jahr Abi gemacht hat, dann habe ich mir einiges selbst zusammengesucht oder von anderen abgeguckt. Schalte einen Gang runter, dein Tritt muss runder werden! Und achte auf die Trittfrequenz. Auf der Straße möglichst hohe Trittfrequenz, am besten 90′- er. Erst später auf der Bahn gehst du niedriger.” Torsten beeilte sich der Aufforderung nachzukommen. “Gutes Rad”, bemerkte Robert zwei Kilometer später. “Ist das von meinem Vater. Damit ist er früher seine Rennen gefahren. Hat er mir geschenkt, als ich hier auf die Schule kam”, antwortete Torsten stolz. “War sicher teuer”, schob Robert nach. “Aber hallo!” Torsten wollte schon sagen wie teuer, da fiel ihm ein, dass Robert das sicher wusste. Equipment war nicht umsonst das Thema an der Schule, auch bei den jüngeren. Außerdem hatte Torsten inzwischen mitbekommen, dass Robert nicht zu denen mit viel Geld gehörte. Sie fuhren nebeneinander in der noch kühlen Morgenluft eine kleine Landstraße zunächst durch die abgeernteten Felder, dann ging es in Richtung Wald. An einer kleinen Kreuzung bog Robert nach rechts in den herbstfarbenen Forst ein, ein kleiner dünner, jedoch asphaltierter Pfad führte zu einem See mitten zwischen den Bäumen. Von dort ging es einen breiten, ebenfalls geteerten Waldweg geradeaus. “Das hier wurde angelegt, während die den See ausgebaggert haben, war mal ein Steinbruch”, erklärte Robert knapp. Nach einer kurzen Steigung ging es vor ihnen seicht, dafür aber langgezogen bergab. “Bolztime!”, forderte Robert Torsten auf und ging aus dem Sattel. In rasendem Tempo donnerten die beiden die ehemalige Baustreckenpiste entlang. Erst als beide auf dem größten Zahnrad vorne und dem kleinsten hinten traten und sie keine Geschwindigkeitssteigerung mehr erreichen konnten, ging Robert auf den Sattel zurück und ließ seine Rennmaschine rollen. “Das ist Wahnsinn! So schnell war ich noch nie”, schrie Torsten, weiterhin an Roberts Hinterrad hängend. “Und keine Gefahr von Gegenverkehr. Das ist Fahrradfahren!” Gemächlich ging es weiter und dort, wo der Wald endete, machten die beiden die erste Pause. “Die Strecke ist geil”, stöhnte Torsten, als sie sich auf der kleinen Bank mit dem Ausblick auf die gegenüberliegende herbstlich bunt getupfte Hügelkette niederließen. “Das heißt Wertung”, verbesserte ihn Robert. “Und vergiss nicht zu trinken. Sechs Liter werde wir heute Minimum rausschwitzen. Das war bislang alles nur der Prolog. Gleich geht es rüber in die Berge. Sehen von hier zwar nur aus wie Hügel, aber die haben es echt in sich.” “Ich fahr gerne in den Bergen”, sagte Torsten mutig. “Hoch oder runter?”, stichelte Robert. “Wenn ich sonst nicht viel kann, ich bin gut am Berg!” Torsten wurde vor lauter Eifer rot im Gesicht. “Ehrlich! Ich war mit meinen Pa sogar schon mal in den Alpen!” “Dann können wir ja die Variante mit dem wirklich giftigen Berg nehmen.” Robert stand auf und setzte seine Rennmaschine zurück auf die Straße. “Ist auf meiner Skala ein Nuller, das heißt, ich habe ihn noch nie ganz geschafft. Mal sehen, wie weit du an ihm kommst.” Schweigend ging es durch die Senke, durch ein kleines Dorf und dann auf einer mit großen Betonplatten gepflasterten Strecke zwischen Stoppeläckern hinüber in den Schatten der Hügelkette. “Er geht langsam los, zieht sich dann aber oben sicher auf 15 Prozent. Gesamtlänge sechs Kilometer.” Robert griff nach einem Müsliriegel und schob ihn sich in den Mund. Torsten nickte als Antwort, dass er verstanden hatte, und schaltete hinten ein Zahnrad höher. Dadurch musste er mehr treten, um seine Geschwindigkeit zu halten. Robert behielt den kleineren Zahnkranz bei und fuhr daher schneller. Auf dem nächsten Kilometer entstand so ein kleiner Abstand zwischen den beiden. Da Robert seit Jahren Bahnfahren trainiert hatte, waren seine Beine es gewohnt, gegen einen großen Widerstand zu treten. Aber schon nach wenigen Minuten Kletterns war Torsten wieder an Roberts Hinterrad. Robert hörte den Jungen hinter sich atmen, ging aus dem Sattel und erhöhte den Druck auf die Pedale. Torsten ging mit, blieb jedoch auf dem Sattel sitzen. Ohne dass es ausgesprochen worden war, hatte ein Rennen zwischen den beiden begonnen. Robert spürte bei jedem Höhenmeter, den sie gewannen, wie sich seine Schultern immer mehr verkrampften, dennoch verkniff er es, sich umzudrehen. Torsten ließ sich nicht abschütteln, das gleichmäßige Keuchen hinter ihm war Robert dafür der Beweis. Schweigend mühten sie die beiden die schmale Straße hinauf. Robert fühlte sich fit, er merkte, dass in seinen Oberschenkeln so viel Kraft steckte wie nie zuvor. Er hatte endlich echte Kondition, das musste vom wochenlangen Laufen kommen. Erneut ging Robert aus dem Sattel und versuchte eine Attacke, für vielleicht zwei Minuten wurde das Atmen in seinem Rücken leiser, dann war es wieder da und zu Roberts Erstaunen unverändert gleichmäßig. Noch zwei Mal versuchte Robert den Jüngeren abzuhängen, doch der schloss immer wieder auf und langsam merkte Robert, dass er begann trotz seines Trainings abzubauen. Die Angriffe hatten Kraft gekostet, er spürte vermehrt Speichel in seinem Mund, sein Körper kam in den roten Bereich. Robert begann zu hecheln, dabei lag das steilste Stück noch vor ihnen. “Geht’s noch?” Robert drehte sich zum ersten Mal, seit sie in den Berg gegangen waren, um. Torsten nickte und keuchte zwischen zwei tiefen Atemzügen. “Geht schon!” Robert blickte wieder nach vorne, die 15-prozentige Steigung begann. Um seinen Tritt zu halten – er fuhr schon im kleinsten Gang – stand Robert in den Pedalen. Er wusste genau, was das bedeutete, jetzt war der Moment der Entscheidung. Entweder er würde sein Tempo verringern und auf Oben-Ankommen fahren – was er vorher noch geschafft hatte – , oder er würde weiterfahren wie bisher und ohne Zweifel in wenigen hundert Meter ausgepowert vom Rad absteigen müssen. Beides jedoch würde bedeuten, dass der Fahrer in seinem Rücken an ihm vorbeiziehen würde, dass Torsten ihn am Berg geschlagen hätte. “Etwas langsamer bitte!”, platzte da Torstens Bitte in Roberts Überlegungen. “Ich kann nicht mehr, bitte warte auf mich.” Robert verlangsamte erleichtert seinen Tritt und für die nächsten Meter war er wieder obenauf. Doch dann fiel ihm auf, dass der Atem in seinem Rücken, nach wie vor unverändert gleichmäßig war, ohne jedes Keuchen oder Hecheln. Ihm wurde klar, der Junge hinter ihm war keineswegs am Ende, er hatte nur so getan, als ob er nicht mehr könnte. Robert kam vor Wut und Enttäuschung über sich selbst ins Schlingern. “Wir können es bis oben schaffen! Los!” Torsten Stimme ließ Robert seine Gedanken und Selbstzweifel beiseite schieben. Der Junge hat Recht, der Berg war der Gegner, sie hatten eine Chance ihn zu bezwingen. Robert nickte und konzentrierte sich auf seinen Tritt und seine Atmung. Er fuhr wie in einem Tunnel, der Kopf war leer, er sah vor sich einen kleinen Abschnitt Asphalt, über den er sich quälte, und passte unbewusst sein Tempo und seine Atmung dem Fahrer hinter ihm an. Es war so, als ob das gleichmäßige Atmen in Roberts Rücken ihn schob, das Keuchen in seinem Nacken gab die Geschwindigkeit vor, als ob der Fahrer hinter ihm genau wusste, wie es in Robert aussah und ihn so fernsteuerte. Robert spürte, dass er zum ersten Mal in seinem Leben an einem Berg genau an seinem Limit fuhr, nicht darüber und nicht darunter. Das Gefühl kannte er sonst nur beim Sprint, da wusste er genau, wann er ihn beginnen durfte, damit er ihn bis zum Ende durchhalten konnte. Am Berg jedoch war er bislang immer irgendwann eingebrochen. “Rob! Ist das da vorne das Ziel?” Torstens Frage holte Robert aus der Tiefe seines Körpers zurück. Er erweiterte seinen Blick und stellte überrascht fest, dass sie oben waren. “Ja!”, keuchte Robert. “Ab der Scheune geht es wieder bergab.” “Echt harte Strecke”, schnaufte Torsten. “Ich dachte mehrfach, ich breche ein.” Robert richtete sich auf seinem Fahrrad auf und drehte sich zu dem Jungen hinter ihm um. “Bist echt gut am Berg. Wirklich!” “Danke!”, rief Torsten und wurde unter seinen Sommersprossen noch röter, als er es nach der Anstrengung schon war. “Ich habe zu danken”, sagte Robert und ließ sich langsam in die Abfahrt hineinrollen. Unten, an einem kleinen Bach, der sich durch eine Wiese schlängelte, machten sie die zweite Pause und füllten an einer Quelle ihre Wasserflaschen auf. Während der Abfahrt hatte Robert darüber nachgedacht, was er jetzt Torsten sagen sollte. Doch ihm war nichts eingefallen und außerdem, was da am Berg passiert war, wussten beide, wozu darüber reden und bedankt hatte sich Robert. “Das mit den Qualis schaffst du garantiert”, sagte er nach einer Weile zu dem Jungen, der neben ihm auf dem von der Sonne erwärmten Stein saß und wie er seine Füße in das kalte Wasser des Baches getaucht hatte. “Weiß nicht”, antwortete Torsten. “Wie, weiß nicht?” Robert war irritiert. “Du hast echt was drauf!” “Das weiß ich”, sagte Torsten einsilbig. “Wo ist dann das Problem?”, erkundigte sich der Ältere. “Ich weiß nicht, ob ich das alles überhaupt will”, erklärte der Zehnjährige nach einer kurzen Pause. “Aber wie das?” Robert verstand den Jungen neben sich nicht. “Erst willst du unbedingt auf diese Schule, weil du Rad fahren willst. Dann hast du das Gefühl, du bist nicht gut genug dafür, und jetzt, wo du es fast geschafft hast, weißt du nicht mehr, ob du das überhaupt alles willst?” “Genau so ist es”, war Torstens Kommentar. “Kannst du mir das erklären?”, forderte ihn Robert auf. “Klar, könnte ich, aber ich weiß nicht, ob du es verstehen wirst.” “Hey, du bist hier der Frischling!” Robert versuchte die Bemerkung nach einem Spaß klingen zu lassen und war froh, als Torsten im selben Tonfall antwortete: “Klar und du der allwissende Schweinepriester!” “Der Schweinepriester hört!” “Aber nicht sauer sein!”, bat Torsten vorab. “Abwarten”, beschied ihm Robert. “Das stimmt irgendwie alles nicht so ganz, also wie das hier abläuft”, begann Torsten, sah beim Reden auf seine nackten Füße und bewegte die Zehen. “Ist dir das nie aufgefallen? Jedem hier bläuen sie ein, er soll der Erste werden. Nur der erste Platz zählt, der Zweite ist schon der erste Verlierer.” “So ist es doch auch”, bemerkte Robert. “Ist zwar nicht schön so, aber so ist das Leben.” “Aber wie soll das klappen?” “Was klappen?” “Es kann doch nicht nur Gewinner geben!”, rief Torsten aus. “Natürlich kann es nur einen Gewinner geben!” Robert hatte keine Ahnung, worauf Torsten hinaus wollte. “Eben den Ersten!” “Und was ist mit den anderen? Die Zweiten, Dritten … Sind dann das alles automatisch Verlierer?” “In gewisse Hinsicht schon”, räumte Robert ein. “Aber das ist gemein! Wer hat sich denn so was blödes ausgedacht!”, Torsten wurde lauter. “Das ist fies, das will ich nicht und da mache ich auch nicht mit.” “Das ist kein Spiel wo man mitspielen kann oder nicht. Hey, Kleiner! Das ist das Leben!”, widersprach Robert und amüsierte sich innerlich etwas über die Entrüstung in dem Gesicht des schmächtigen Sechstklässlers neben ihm. “Trotzdem falsch!” rief Torsten. “Wieso machen dies das? Wieso zählt an unserer Schule nur das Gewinnen? Allen sagt man, ihr seid Gewinner. Wenn ihr alles gebt, tut, was wir euch sagen, dann werdet ihr der Erste werden. Aber das geht doch gar nicht! Es gibt immer nur einen Gewinner und alle anderen werden daher automatisch zu Verlierern. Ist ein zweiter Platz Müll? Ist es nicht schon gigantisch, wenn man zum olympischen Kader gehört? Von wegen fürs Leben vorbereiten, wie die Frau Lorenz. Fast alle, die die Schule verlassen, werden eben nicht Erster und sollen die mit dem Gefühl durchs Leben laufen, dass sie versagt haben? Nur weil sie nur Zweiter oder Dritter geworden sind.” Robert zuckte mit den Schultern, von der Seite her hatte er das noch nie gesehen und das ausgerechnet ein Frischling solche Überlegungen hatte, verblüffte ihn zusätzlich. “Schön, das kann man so sehen”, sagte er nach einer Weile da er das Gefühl hatte etwas sagen zu müssen. “Früher galt ja auch für die olympischen Spiele: Dabei sein ist alles. Ist natürlich nicht alles, alleine die Medaille zählt!” “Und nur die Goldmedaille!” Torstens nackte Zehen bewegten sich wieder heftiger. “Dich stört das nicht, denn du bist ja der eine Sieger. Aber ist dir nie aufgefallen, es gibt keine einzige Mannschaftswertung in Rechberg, alles Einzeldisziplinen. Denn es geht nur um den Sieger! Jeder ist ein Konkurrent auf den einen ersten Platz. Dich stört das nicht, du bist ein Einzelkämpfer, der Star, aber ich weiß nicht, ob ich Lust habe mir das anzutun.” Robert wusste nicht was er darauf noch antworten sollte. Ein wirklich sehr merkwürdiges Kind saß da neben ihm. Robert trank einen Schluck aus der Wasserflasche und musterte ungläubig den schmächtigen Elfjährigen neben sich. “Ich wollte immer einmal in einer Mannschaft fahren.” Der Junge mit den verfilzten roten Locken war mit seinem Gedanken noch nicht zu Ende. “Du schwärmst doch immer von der Tour, aber genau dort ist es doch die Mannschaft, die Wasserträger, von denen alles abhängt. Mein Vater war so einer in seinem Team. Fahrer, die niemals Toursieger werden können, das aber auch gar nicht wollen, die Spaß davon haben, für Ulrich, für Lance zu fahren, und die vielleicht mal eine kleine Wertung gewinnen. Die Mannschaft, das Team, darauf kommt es an. Die echten Champs wissen genau, dass sie ohne ihr Team bei der Tour keine wirkliche Chance haben.” “Hmm, weiß nicht.” Was Torsten sagte, klang für Robert schon schlüssig, waren aber auch irgendwie die Überlegung, die Rechtfertigung eines Verlierers. Er sah die Sache anders. “Sicher, nicht jeder kann Champ werden, aber manche schaffen es eben!” “Ich weiß, dass du das so siehst.” Torsten blickte von seinen Füßen auf und sah Robert an. “Du wolltest einer werden und bist ja auch einer.” “Genau, und eher gewinnst du mit einem Dreirad die Bergetappe bei der Tour, bevor du an dem, wie es in Rechberg läuft, etwas änderst.” Robert versuchte den kleineren wieder auf die Bahn zu setzen. “Ich hab’s ja versucht, an der Lorenz beißt sich jeder die Zähne aus.” “Also friss oder stirb?” “Darauf läuft es hinaus.” Robert zog seine Füße aus dem Wasser. “Rechberg ist wie New York heißt es doch. Wenn du es hier schaffst, schaffst du es überall. Und wer hindert dich daran, dich nach der Schulzeit für eine Mannschaft zu entscheiden?” “Niemand”, räumte Torsten ein und zog sich ebenfalls wieder die Schuhe an. “Na also!” Robert stand auf. “Daher weiter wie bisher, beiß dich durch die Qualis, gib alles, dann hast du es hinter dir. Nach dem ersten Jahr wird es leichter. Das erste Jahr ist das giftigste.” “Meinst du?” Torstens Stimme klang müde. “Klar, ich habe es selbst erlebt. Außerdem, wie sagte mein Klassenlehrer, als ich aus Rom zurückkehrte: Dem Sieger hören alle zu.” “Solange er weiter siegt!” flüsterte Torsten und löste mit dieser Bemerkung bei Robert unangenehme Gefühle aus. Was er Torsten gerade erklärt hatte, galt ebenso für ihn selbst, auch ihm standen die Qualis bevor.

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Kommentare (10)

noah schreibt:

Ich fand das buch ziemlich geil.Am anfang dachte ich das wär nur so ein langweiliges Buch über fahrräder, hab mich dann aber mal reingelesen und gemerkt, dass es viel mehr über mannschaft und Gefühle geht. Ich würde das Buch jedem empfehlen, der gerne liest.

jenny schreibt:

das buch ist einfach super

Katharina schreibt:

Guten Tag Herr Fuchs

Ich bin begeistert von Ihrem Buch . Ich habe dieses Buch von Anfang an verschlungen. Ich konnte es einfach nicht mehr aus der Hand legen. Ich lese das Buch jetzt schon zum 4mal und es fesselt mich immer wieder von neuem. Ich werde das Buch auf jedenfall weiterempfelen und Ihre anderen Bücher auch noch lesen. Aber könnte Sie nicht noch eine Fortsetzung zu diesem Buch schreiben? Das wäre einfach genial.
Liebe Grüsse Katharina

maren schreibt:

Ich habe das Buch an einem Tag durchgelesen es war wirklich sehr spannend geschrieben und das mit Robert kleine schwester war traurig!!
Das mit der Teamgemeintschaft war sehr gut geschildert, fand ich super!!
Ich kann nur sagen,das sie wirklich die besten Bücher schreiben!!
In meinem Bücherregal stehen schon leben 2.o, allein gelassen, unter freunden, und jetzt noch die welt ist ein fahhrad. Machen sie so weiter,ich freue mich schon auf die nächsten Bücher.
Liebe Grüße

andreas schreibt:

Das Buch ist mir durch Zufall in die Hände geraten und obwohl mein erster (optischer) Eindruck nicht so gut war konnte ich schon nach den ersten paar Seiten kaum noch aufhören zu lesen.
Ein großartiges Buch, dass ich sicher nicht das letzte Buch von Ihnen gewesen sein wird, dass ich lese!!!
Vielen Dank
Andreas

sherap sangpo lobsang norbu gyatse phema pasang nyinchung rimpoche schreibt:

gyab mungtssa Thomas Fuchs,

nga böpa drissungge,
kjagpa, kyerang sungtchha ala kang dö nyinchung drissung yore. kyagpa aladang. nga ssumtchu thampa loo pang kenpo ri gangsu tungpo lerang ohhngs.
sun jäpe re,
Sherap sangpo lobsang norbu gyatse phema pasang nyinchung rimpoche.

(Deutsch:
Sehr verehrter herr fuchs,
Ich tibeter obwohl sein, trotzdem ich diese schöne buch gelesen habe! Es wirklich toll und spannend war. Eigentlich ich nur urlaub in Deutschland gemacht habe, aber dann ich mir deutsche buch gekauft. Ich sehr beeindruckt und deutschlernen ich dabei ebenfalls! machen sie weiter sso,
Ihr Sherap Sangpo Lobsang Norbu Gyatse Phema Pasang Nyinchung Rimpoche.

Lisa schreibt:

Hallo Leute, habe das Buch gelesen und muss jetzt eine Inhaltsangabe dazu schreiben. Leider weiß ich nicht genau wie ich das alles zusammen fassen kann. Könnt ihr mir dabei helfen? Wäre super :-) !!

Liebe Grüße!!

Christoph schreibt:

Ich hab das buch vor kp ich glaub 2 Jahren gelesen jetzt sollen wir auch ne Buchvorstellung machen und ich muss auf jeden Fall sagen dass das buch der Hamma ist ich finde die Stelle am besten wo das Rennen am Anfang kommentiert wird. Ich fahre selbst Rennrad (auf der Strasse =D)und ich muss echt sagen dass im Buch alles sehr schön beschrieben wird…..Nur weiter zu empfehlen =DDD

larina schreibt:

das buch ist der absolute hammer. aber inhaltsangaben sind schwer zu schreiben cornelsen deutsch grundwissen hat diesen text als inhaltsangabe veröffentlicht

Marius schreibt:

Für alle, die eine Zsammenfassung des Buches die Welt ist ein Fahrrad brauchen, ich hatte sowas schon mal geschrieben:

Die Welt ist ein Fahrrad
Ein Jugendroman von Thomas Fuchs
(Kurze Zusammenfassung)

Der Roman spielt an dem Dieter Gieseler Radsportgymnasium in Rechberg.
Nach mehreren Monaten kehrt Robert als Goldmedaillengewinner der Jugend – Europameisterschaft dorthin zurück.
Wegen seiner beim Wettbewerb erlittenen Handverletzung bekommt er zu seiner Unterstützung Torsten, als „Frischling“ zugeteilt. So werden im Internat die neuen Schüler genannt.

Robert und Torsten kennen sich eigentlich schon lange, da ihre Eltern befreundet sind. Durch Roberts Wechsel auf das Sportinternat haben sie sich allerdings in den vergangenen Jahren aus den Augen verloren.
Robert, der erfolgreiche Fahrer ist zu Torstens großem Idol geworden. Deshalb ist er ihm gegenüber zunächst sehr schüchtern.
Dies ändert sich aber schnell und die Beiden freunden sich mehr und mehr an. Torsten erinnert Robert dabei immer mehr an seine kleine Schwester, die mit drei Jahren bei einem Unfall ums Leben kam.

Torsten, der anfangs im Internat große Schwierigkeiten hat, kann sich durch Roberts Einfluss schulisch und sportlich verbessern. Aber auch Torsten nimmt Einfluss auf Robert, der durch Gespräche mit seinem „Frischling“ seine eigene Position in Frage stellt.
Letztendlich wechselt er von seiner Paradedisziplin, dem Bahnsprint zu den Straßenfahrern, die an der Schule einen etwas zweifelhaften Ruf innehaben.
Doch auch Torsten verändert sich. Er nimmt mehr und mehr Roberts alte Position (die er anfangs kritisiert hat) als Bahnfahrer ein. Angestachelt wird er dabei nicht zuletzt von seinem Vater, der ihn mit einer neuen Super Bahnmaschine belohnt.

Er wird überheblich und streitet sich immer öfter mit Robert. Doch Torsten kommt in eine Krise, in der er sich trotz allen Trainings nicht mehr verbessern kann.
Dann macht er einen folgeschweren Fehler und wird nach einem Kreislaufzusammenbruch ins Krankenhaus eingeliefert.
Robert, für den Torsten trotz manchen Streits die Stelle seiner verstorbenen kleinen Schwester eingenommen hat, macht sich ohne zu zögern mit dem Fahrrad auf den Weg um seinem Freund beizustehen.

Kurz nach seiner Rückkehr als Europameister wurde Robert von der Rektorin, Frau Lorenz damit beauftragt, gemeinsam mit dem Verein der ehemaligen Rechberger Schüler, vertreten durch Frau Schuster, das Schulfest zu organisieren.
Doch im Laufe der Vorbereitungen wird ihm klar, dass er zwischen allen Stühlen sitzt. Die Rektorin arbeitet gegen den Verein der Ehemaligen. Der Verein arbeitet gegen die Rektorin.

Dazu kommen die Querelen in der Gruppe der Straßenfahrer, die ihn und Torsten, der inzwischen wieder gesund ist, als Eindringlinge betrachten.
Dennoch gelingt es ihm bei allen Höhen und Tiefen das Schulfest zu organisieren und zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen.

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