Und Lukas geht baden!

Und Lukas geht baden!

Jugendroman

5. Teil der Lukas-Serie

Aus der Reihe "Für Mädchen verboten"

Erschienen im Jahr 2006

Thienemann Verlag

Worum geht's in „Und Lukas geht baden!”?

Lukas hat vom Segeln keinen blassen Schimmer. Aber er spürt, dass in ihm das Herz eines Seemanns, ach was, eines großen Kapitäns schlägt. Und nach dem Motto: Bloß keine Schwächen zugeben! behält er seine Segelunkenntnis lieber für sich, als er das Schulschiff entert. Schließlich will er die Mädels beeindrucken und nicht ihre Mutterinstinkte wecken. Doch beim Segeln kann man auch ganz schnell mal baden gehen. Aber wie! Lukas ist nicht umsonst berühmt für seine Pleiten, Pech und Pannen.

Auszug/Leseprobe

Was für ein Tagesbeginn! Gerade war Thies Vater hier und hat uns erklärt, dass es leider nichts mit dem Törn werden würde. Seine Firma hätte ihm soeben erklärt, dass sie ihn die ganze Zeit hier benötigen würden. Erster Gedanke: Fuck!!! Zudem gäbe es noch den einen oder anderen guten Kunden in Stockholm, bei dem er gesondert vorstellig werden müsse. Und wir sind die Opfer, unser Törn, unsere Jacht wurde gecancelt. Zweiter Gedanke: Fuck!!! Aber so, wie es aussieht, haben wir Glück im Unglück. Denn Thies Vater hat sich deswegen gleich mit dem Portier hier im Hotel verständigt und der ist voll aktiv geworden – wahrscheinlich aus dem Grund, dass er uns nur sehr, sehr ungern noch eine Woche in seiner Hotellobby gesehen hätte – und der Mann hat tatsächlich Ersatz aufgetrieben. Dritter Gedanke: Smile!!! Wir gehen dennoch segeln. Allerdings nicht allein, sondern wir dürfen so einen Segelscheinanerkennungstörn mitmachen. So heißt das wirklich. Ein etwas größeres Boot voll mit Jugendlichen, Erwachsenen, eben alles Leute, die Segeln gelernt haben, so richtig mit Unterricht und nun zum Abschluss einen echten Törn brauchen. Das heißt: Ich muss nun nicht mal mehr an Land gehen, um Frauen zu finden, die sind schon auf unserem Boot. Ich weiß aus dem TV, was das heißt. Sicher wartet auf uns eins dieser Partyboote, Sex, Bier und oben ohne. Vierter Gedanke: Megasmile!!! Man kennt das doch, alle Frauen in Skandinavien laufen immer oben ohne herum. Eine Woche Schärengarten, Wildcampen, Grillen, und endlich werde ich meine ersten richtigen sexuellen Erfahrungen machen. Ups. Naja, du hast es ja wahrscheinlich eh gewusst. Oder? Du bist dran!
Was habe ich eh gewusst?
Von mir aus noch einmal im Klartext: Ich habe noch kein Rohr verlegt, kein Hotdog ins Brötchen getan, weder eingetunnelt, geschnackselt, geknallt oder geknattert. Auch habe ich bislang noch weder gepoppt, gepimpert oder gebürstet. Ich bin Jungmann, Klar!
Was, das war schon alles? Also da wüsste ich noch mehr. Einen verstecken, pimpern, bollern, nageln, tackern oder ganz romantisch Liebe machen, es tun!!!
Schwaches Bild, Thies. Bumsen, beischlafen, beiwohnen, besorgen, bocken, bohnern, den Braten in den Ofen schieben … Um nur beispielsweise ein paar Umschreibungen mit B zu erwähnen.
Pah! Einparken üben, knallen, ne Freundin besuchen, stechen, vögeln, mal eben rein schauen, Bio lernen, den Beischlaf vollziehen, den Porno machen.
Arnold hat mal den Ausdruck Letzte Ölung benutzt, aber das ist was anderes, oder? Außerdem es reicht. Meinst du nicht? Und wenn du dann jetzt bitte auch verschwinden würdest. Ich mag es nicht, wenn mir jemand über die Schulter spannt, wenn ich tippe. Ich bin dran! Ehrlich, ich lösche nichts! *hea* Danke.
So, also wo war ich. Bei unserem Segeltörn, morgen früh werden wir abgeholt und dann geht es los. Für heute ist noch einmal zwangsweises Kulturprogramm angesagt – da die uns im Hotel nicht haben wollen. Der Portier hat Karten für das Wasamuseum – kein Knäckebrot, auch wenn es so klingt. Soll ein altes Wikingerschiff sein – und für den Tivoli oder Tivola oder so besorgt, ein Vergnügungspark. Mal sehen, wie das wird. Aber so what, den heutige Tag werden wir schon noch irgendwie herumbringen, dann werden wir uns einschiffen. *fg* Der Wind steht gut, ich rieche es, irgendwo da draußen wartet eine Frau auf mich. Ich weiß nicht, wie sie heißt oder woher sie kommt. Aber sie gehört mir.
GKzS Luke
Ach ja, Thies, wenn du das mit den Brustwarzen etwas genauer ausführen könntest, danke!

Zweiter Tag

Im Grunde bin ich meinem Vater nicht einmal so richtig böse. Gut, mit ihm zusammen wäre das womöglich auch nett gewesen, aber ich hatte ja erst vor Kurzem einen Solourlaub mit ihm und das war doch recht nervend. Daher ist die Lösung mit dem Schulschiff ganz okay. Das heißt nur so, das ist keine Schule und an Bord findet auch kein Unterricht statt. Laut dem Portier sollen die von dem Verein eine lustige Gruppe sein. Seine Tochter ist da auch schon mitgesegelt, daher kennt er die. Er meint, da würden wir gut reinpassen. Dabei hat er so komisch gegrinst. Mal sehen, was uns da erwartet. Hoffentlich sind es nicht solche Polohemdkerle, wie man sie hier in Stockholm oft auf den Booten sieht. Diese Supersurftypen, wie ich sie auch aus Kalifornien kenne. Braun gebrannt, sportlich, das Boot mit Papas Geld gekauft und voll arrogant. Permanent ein Handy am Ohr und natürlich supercool die Haare gegelt und nie ohne Sonnenbrille. Von denen habe ich n6auml;mlich die Nase voll. Ich kannte so einen, Peter Randolph hieß der, der ist so einer und das ist ätzend. Also ich kann derartige Typen inzwischen nicht mehr ab. Die stehen nur auf Äußerlichkeiten und so und dann immer dieses Gerede über Sex. Ich kann das nicht mehr hören. Ehrlich, ganz anders als mein Segelkumpel Luke habe ich seitdem keinerlei Sexinteressen mehr. Das ist für mich vorbei. Ich werde zwar nicht gleich Priester, aber ich denke Enthaltsamkeit ist auch okay. Wenn man nicht mehr an Sex denkt, dann hat man den Kopf freie und viel mehr Zeit für wichtigere Dinge. Daher freue mich aufs Segeln, ich habe das schon immer gerne getan und nun mit einem großen Boot unterwegs zu sein wird bestimmt super. Voller Vorfreude, Thies.
Ja, die Brustwarzen … Jetzt muss ich mich doch wieder mit dem bescheuertem Sex befassen. Brustwarzen: Ist ja eine Menge diesbezüglich geschrieben worden. So von wegen, dass sie hart werden bei Erregung. Wenn Frauen Sex wollen, sie Sex brauchen, dass dann die Nippel von ganz allein hart werden. Dummerweise machen sie das aber auch, wenn Frauen frieren. Gute Frage, Geil oder Kalt? Ich habe mich mit dem Thema etwas ausführlicher beschäftigt. Eine kleine Abhandlung diesbezüglich für Luke: Also, zunächst einmal: Die Brustwarzen sind hochempfindliche Teile im Körper, in ihnen enden hochsensible Nervenbahnen. Und wenn sie anschwellen dann passiert dies im Zuge der Vasocongestion. So nennt man das Sammeln von Blut in Brüsten und Genitalien im Verlauf einer sexuellen Handlung. Und dann gibt es die Myotonie – nicht zu verwechseln mit Monotonie. Myotonie steht für neuromuskuläre Anspannung und bedeutet das in den Nervenenden und Muskeln Energie aufgebaut wird. Der Körper ist wie eine Aufziehfigur. Jedes daran-herum-gefummel bringt mehr Energie in den Tank und wenn der voll ist, dann kann es zum Orgasmus kommen. Dann knallt es, wie ein Aufziehauto, rubbeln, Spannung ansammelt, dann Entladung. Reine Physik mit etwas Bio, mehr ist Sex nicht. Und die Brustwarzen sind ein direktes Aufziehrädchen. Sie sind eine Art Joystick für den Body. Wenn die Frau erregt ist und die Brustwarzen hart sind, wenn der Bereich um den Nippel sich zusammenzieht, wenn dann jemand daran herumfummelt, dann geht das direkt ins Hirn. Ich habe von Frauen gelesen, die nur über Bruststimulation zum Orgasmus kommen. Und ich habe auch schon gelesen, dass auch Männern an ihren Brustwarzen sexuell erregbar sind. Echt. Also sagt man.
Dritter Tag
Eintrag von GKzS Luke.

Meine Fresse, auf was für einem Seelenverkäufer sind wir denn bloß gelandet. Das ist ja voll der Horror! Die von Thies befürchteten Surf-Segel-Polohemden sind hier aber nicht. Eher so das Gegenteil! Wie unser Taxi in der Marina am Meer stoppte – Marina heißt kleiner Hafen für Segelboote – da habe ich erst gedacht WOW. So viele tolle neue Boote. Aber dann haben wir unseres gefunden und da dachte ich: “OH, NO!” Das Schiff ist ein Wrack, ein voll kaputtes heruntergekommenes Teil. So in der Art, wie die Hausboote in Stockholm, wo die Freaks drauf wohnen. Die haben auf unserem Kahn, echt, ohne Lüge, neben der schwedischen Flagge eine Piratenflagge gehisst! Und dann die Leute an Bord! Alles voll die Fertigen! Ein paar sagen von sich sie wären Anarchisten. Ich weiß nicht genau, was das heißt, aber Thies sagt, die wären so gegen den Staat und den König. Ja, echt, Schweden hat einen König, voll verrückt. Aber ich wollte vom Boot berichten. Unsere Crew ist bizarr, richtige Freibeuter, anders kann ich das nicht nennen. Man kann kaum glauben, dass dies hier ein Schulschiff ist. In Deutschland wäre so etwas unmöglich. Außer uns segeln drei Frauen und vier Kerle mit. Wir sind die jüngsten, aber die drei Frauen sind nur ein Jahr älter als wir. Die sind witzig. Schon irgendwie schwedisch, zumindest die eine, sie heißt Ida, aber die anderen eher nicht. Sie heißen zwar auch typisch schwedisch Frida und Lovisa, aber vom Aussehen her ist die eine eher der Typ Irland, blass, rothaarig und Sommersprossen und die andere könnte deutsch, schweizerisch oder Österreicherin sein. Mittelgroß, kurze braune Haare und große Brüste. Es tut mir Leid, aber man kann es nur so sagen, sie hat große Brüste. Nicht so groß wie die Busenwunder aus den TV-Sendungen, aber sicher so XXL oder so. Sie erzählt auch jedem sofort, dass sie ihr Busen nervt und sie ihn sich irgendwann kleiner machen lassen will. Mir gefällt er gut so. *frins* Die anderen Frauen haben auch Brüste. Die aus Irland (also sie stammt nicht wirklich von dort) hat normalen Busen und die typische Schwedin auch. Ihrer ist echt cool, sie trägt auch keinen BH und ihre Dinger sehen aus, als ob sie rausspringen wollten. An diesen Joysticks würde ich gerne einmal herumspielen. Har, har, har Also, was die Busensituation angeht, ist unser Schiff gut bestückt. Womit ich wieder beim Schiff bin. Das ist hier voll der kaputte Kahn und ich würde mich nicht wundern, wenn das Ding untergeht. Das Boot ist alt und es stinkt. Die Kojen sind winzig und eigentlich hat man auf dem alten Teil nirgends Platz. Der Skipper und der Teacher (so ein Art Prüfer vom Segelamt oder wie die das nennen) sagen, es wäre aus den Zwanzigern. Fragt sich nur von welchem Jahrhundert. So weit zum Thema Luxus. Immerhin sind sie hier alle locker drauf, ganz anders, als ich es befürchtet habe. Thies hat anfangs gefragt, was hier Sache sei. Ob es irgendwelche Regeln oder so gäbe. Zur Antwort bekam er: Regelwerk, jedweden Ursprungs, wird als Rat gebend angesehen und bestenfalls zur Kenntnis genommen. Segeln bzw. Leben sind persönliche Angelegenheiten, die keinerlei Regelwerk bedürfen. Das muss man sich mal reinziehen! Ich habe Thies gefragt, ob er kapiert, was das bedeutet. Und er hat den Kopf geschüttelt. Das heißt, wir haben hier die große Freiheit, die totale Freiheit! WIR KÖNNEN MACHEN, WAS WIR WOLLEN! Und das werden wir auch.

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Kommentare (2)

Hannes schreibt:

Ich fand das Buch echz klasse und voll lustig ich werde nun auch noch die anderen Bücher lesen und hoffe das sie genau so gut sind

Hannes schreibt:

Ich fand das Buch echt klasse und voll lustig ich werde nun auch noch die anderen Bücher lesen und hoffe das sie genau so gut sind

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